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Schuttmulden im Kranbetrieb

Austauschbare Kipp- und Absetzbehälter im Kranbetrieb

Schuttmulden - die offizielle Bezeichnung lautet "Kipp- bzw Absetzbehälter" - sind sehr praktisch: Abfälle aller Art können in diesen großräumigen Behältern gesammelt werden. Auf Anruf kommt der passende LKW, lädt die Mulde auf und fährt den Abfall weg.

Auf einigen Baustellen wird das Auf- und Wegräumen von Abfällen noch vereinfacht: Anstatt die unbrauchbaren Materialreste im Schubkarren oder Kleinbehälter vor Ort einzusammeln und dann umständlich vielleicht über mehrere Stockwerke zur Schuttmulde zu bringen und darin einzuladen, wird die Mulde gleich mit dem Kran an den Sammelplatz transportiert und voll beladen wieder zum Abholort zurück verfrachtet. Eine Gute Idee, die mehrere Arbeitsgänge spart. Die Sache hat nur einen Haken: Nicht jeder herkömmliche Kipp- oder Absetzbehälter ist für den Krantransport geeignet.

Bauart bedingt treten bei den üblichen Mulden für Kipp- und Absetzbetrieb verschiedene Sicherheitsrisiken auf:

  • Diese Behälter sind für den Transport von Materialien im bodennahen Bereich konstruiert. Für den Hebezeugbetrieb müssen die Behälter stärker dimensioniert werden.
  • Die Anschlagpunkte der Behälter für den Kipp- und Absetzbetrieb bieten keine ausreichende Sicherheit gegen unbeabsichtigtes Aushängen beim Anschlagen mit konventionellen Anschlagmitteln.
  • Die sehr zentrale Anordnung der Anschlagpunkte bietet keine ausreichende Sicherheit gegen Kippen in Längsrichtung bei stark ungleicher Lastverteilung.
  • Die zwangsläufige Sicherung des Ladegutes gegen Herabfallen ist angesichts der unterschiedlich hohen Ränder der Behälter nicht gegeben.

Bei Behältern mit unterschiedlich hohem Rand muß davon ausgegangen werden, dass die Beladung entsprechend der jeweiligen Randhöhe erfolgt. Damit besteht beim Kranbetrieb die Gefahr des Herabfallens von Ladegut über den niedrigsten Rand.

  • Es besteht Verwechslungsgefahr zwischen "kranbaren" und "nicht kranbaren" Behältern.

 

Der Fachausschuss Bau hat daher am 18.05.2000 beschlossen, dass austauschbare Kipp- und Absetzbehälter die nach den BG-Regeln (BG R 186 - bisher ZH 1/589) konstruiert wurden, entsprechend der Unfallverhütungsvorschrift "Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebezeugbetrieb" (VBG 9a) folgende zusätzliche Anforderungen erfüllen müssen, wenn sie mit Kranen auf Baustellen versetzt werden sollen:

1. Der obere Rand an austauschbaren Kipp- und Absetzbehältern für den Betrieb mit Kranen soll umlaufend die gleiche Höhe besitzen.

Behälter mit ungleich hohen Rändern dürfen nur bis zum niedrigsten Rand beladen werden.

2. Die Behälter sollen keine Türen oder Klappen in den Seitenwänden besitzen

3. Anschlagpunkte müssen so gestaltet sein, dass sich die für den Kranbetrieb erforderlichen Anschlagmittel nicht unbeabsichtigt lösen können.

4.  Die Anschlagpunkte für den Kranbetrieb sind so anzuordnen, dass auch bei einseitiger Beladung, zum Beispiel in Längsrichtung, ein Herausrutschen der Last durch Schrägstellung des Behälters ausgeschlossen ist.

5. Die Behälter müssen für die bei bestimmungsgemäßer Verwendung im Kranbetrieb auftretenden Beanspruchungen bemessen und gebaut sein (Beim 2-fachen der zulässigen Belastung dürfen keine bleibenden Verformungen auftreten, beim 3-fachen muss die Last auch bei bleibenden Verformungen noch gehalten werden).

6. Behälter, die als Lastaufnahmemittel für den Betrieb mit Kranen geeignet sind, müssen deutlich und dauerhaft entsprechend gekennzeichnet sein.

7. Anschlagpunkte für den Kranbetrieb müssen deutlich und dauerhaft als solche gekennzeichnet sein.

Türen oder Klappen, die sich nach außen öffnen lassen, stellen für den Kranbetrieb ein zusätzliches Risiko dar, falls nicht gewährleistet werden kann, dass sie stets richtig geschlossen sind.

Beim Einsatz der "richtigen" Mulden im Kranbetrieb muss der Kranführer wie bei allen anderen Hebevorgängen auch das Gewicht der anzuhebenden Last sorgfältig abschätzen. Keinesfalls darf er die Überlastsicherung des Krans als Waage benutzen. Andernfalls wird der Kran bereits beim Ansprechen der Überlastsicherung überlastet.

 

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